

Typische Endprodukte: Bauteile für Dialyse, Medizintechnische Kleinteile wie Flaschen, Becher oder Schrauben für Knochen
Typische Materialien: PA, PET, PEEK, PLLA/PDLA, PC
Typische Durchsätze: 0,2-15 kg/h
Als Medizinprodukt wird ein Gegenstand bezeichnet, der zu medizinisch therapeutischen oder diagnostischen Zwecken für Menschen verwendet wird, wobei die bestimmungsgemäße Hauptwirkung im Unterschied zu Arzneimitteln primär nicht pharmakologisch, metabolisch oder immunologisch, sondern physikalisch oder physikochemisch ist.
Bei der Herstellung dieser Produkte muss jeglicher Kontakt mit der Umgebungs- bzw. Außenluft auch mit nicht zertifizierten Materialkomponenten verhindert werden. Aus diesem Grund findet die Produktion der Medizinprodukte in einem sogenannten Reinraum statt.
Ein Reinraum wird so konstruiert, dass die Anzahl luftgetragener Teilchen, die in den Raum eingebracht werden oder dort entstehen, so gering wie möglich ist. Je nach Verwendung wird nur die Partikelanzahl oder auch die Anzahl der Keime überwacht, wie dies beispielsweise bei der Herstellung pharmazeutischer Produkte nötig ist. Andere Parameter wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Druck werden in der Regel ebenfalls konstant gehalten, um jederzeit vergleichbare Bedingungen zu schaffen.
Bei der Luftströmung in Reinräumen wird grundsätzlich zwischen einer turbulenten Verdünnungsströmung und einer turbulenzarmen Verdrängungsströmung unterschieden:

Bei der turbulenten Verdünnungs- oder Mischströmung wird die gefilterte Reinluft turbulent (verwirbelnd) in den Reinraum eingeführt und erzeugt eine stetige Verdünnung der Partikelkonzentration. Die geforderte Reinraumklasse wird dann bei reinraumgerechtem Verhalten des Personals aufrechterhalten. Hier ist besonders darauf zu achten, dass Partikel erzeugende Objekte und Vorgänge im Reinraum minimiert werden.

Bei der turbulenzarmen Verdrängungsströmung, die auch „laminar flow“ genannt wird, strömt die Reinluft turbulenzarm und in der Regel vertikal in den Reinraum und bewirkt, dass die sensiblen Arbeitsbereiche und Maschinen möglichst gering kontaminiert werden. Die Luft entweicht dann auf der gegenüberliegenden Fläche, in der Regel durch den perforierten Doppelboden, aus dem Raum und wird zur wiederholten Filterung zum Umluftgerät zurückgeführt.
Materialien, die in Reinräumen eingesetzt werden, müssen über abriebfeste Oberflächen verfügen. Aufgestellte Anlagen und Geräte dürfen die laminare Luftströmung nur minimal stören. Teile und Maschinen, die in den Reinraum gebracht werden sollen, müssen vorher gereinigt werden. Ein Reinraum wird im Regelfall mit Überdruck (Überdruckbelüftung) beaufschlagt. In Sonderfällen werden Reinräume auch mit Unterdruck betrieben, was verhindert, dass z. B. gefährliche Substanzen oder Krankheitserreger nach außen dringen können.
Die Reinraumklassen sind gemäss EN ISO 14644-1 (bis 29. November 2001: US Federal Standard 209E) standardisiert. Bei Spritzgußanwendungen halten wir, bzgl. EN ISO 14644-1 (Klasse 100 bzgl.US Fed.Std. 209E), die Reinraumklasse 6 ein. Die Partikel-Anzahl, die in 1m³ Luft gemessen wird, beträgt max. 102000 Partikel mit einer Größe von ≥ 0.3µm.
Die folgenden Qualitätsstandards sind für diese Applikationen in den Bereichen „Trocknung“ und „Förderung“ verpflichtend:

1=Trockner, 2=Reinraum, 3=HEPA-Filter H14 für Saugleitung, 4=Nachkühler in Rückluft, 5=HEPA-Filter in Rückluft, 6=HEPA-Filter H14 in Trockenluft, 7=HEPA-Filter H12 in Trockenluft nach Beheizung, 8=HEPA-Filter H14 in Zuführluft, 9=Vakuum Ventil für hopper loader, 10=Rückluft von Gebläsestation

